Am 19.06.1998 stand die Verteidigung der Dissertation von Axel Hoppe auf dem Plan. Und wie es üblich ist, gibt es dazu auch eine Webseite. Die folgenden Gedanken, (die so nicht von Axel geäußert wurden [*]), entstammen einer Begegnung auf dem Breiten Weg, wo ein Junge den frischgebackenenen Doktor fragte:

»Was haben Sie denn gemacht?«
»Ich bin gerade Doktor geworden!«
»Ist das schwer?«

Naja, eine gute Frage, und wenn ich das so recht bedenke... Schwer war es schon, aber eigentlich auch schön. Und dieser Tag soll nun der Höhepunkt werden. Hmmmm...

Alles fing damit an, daß ich diese Dissssss schreiben mußte. Irgendwie fühlt man sich, als ob man nie fertig werden würde. Und darüber dann einen Vortrag halten. Lief eigentlich ganz gut, aber diese Fragen der Gutachter, können die mich nicht endlich in Ruhe lassen. Und dann müssen die auch noch so lange über die Note beraten ... was gibt es da eigentlich noch zu beraten?

Aber dann war es geschafft und ich hatte den leichtesten Teil des Tages geschafft. Na dann, liebe Kollegen, legt mal los!

Das Ritual
Eigentlich ist das schön, wenn es so 'ne Tradition gibt, macht bestimmt auch den Zuschauern Spaß. Naja, die lange Robe geht ja noch, aber die Kette - Mann ist das Teil schwer, die Krause könnte man auch weglassen, ist so unbequem. Der Hut! Nein! Jetzt muß ich auch noch mit dem Buga-Turm auf'm Kopf rumrennen. Aber cool sieht er aus. Und sogar mit Akzentuierungslichtern - toll.

Und ich ahne schon Schreckliches. Ronny macht es doch immer solchen Spaß, bei diesen Anlässen mitzumischen. Na klar. Und wer soll das Faß ziehen? Bert und Jörg, hmmmmm, das kann holprig werden.

Die Prüfung
Coole Laudatio, aber was bitte soll ich gelernt haben? Experticus Reparatii Vehiculum Equus Ferrae? Ich bin Eisenbahnschlosser! Aber dafür bin ich ja jetzt ein Doctorus Animatii et Visualisatii Rerum Informaticum und noch dazu ein Animator Autodeskus Validator G-Bufferus - hat sich also doch gelohnt!

Was bitte haben die da in diesen Krug getan? Wenn ich das doch nur schon wüßte. Oh Nein, bitte nicht dieses Zeugs, bitte kein Chili-Bier. Na klar, aber ich werde mich rächen! Her mit dem Zeug, Euch werd' ich's zeigen.

Ähhhh, schmeckt das eklig, aber Chili-Bier ist es nicht, muß ich doch nachher gleich mal fragen. WAS? Alkoholfreies Bier mit Zucker? Und dann diese Begründung: Das Bier so, wie ich meinen Kaffee trinke, mit viel Zucker! Ich hätte denen vielleicht doch nicht so viele Angriffspunkte bieten sollen. Da ahne ich doch schon wieder Schreckliches für heute Abend.

Der Abend
Und dann geht das auch gleich los - toll, daß alle da sind, sogar meine Studies (erzähl denen bloß keiner, daß ich sie immer »Kiddies« genannt habe). Aber nein, Bander ist wieder in Hochstimmung. Na klar und der Buga-Turm. Wieso kommen eigentlich immer alle Sachen zu einem zurück? Wie war das? Einen Turm soll ich bauen? Leichteste Übung. Was? Weil der Turm nicht schief werden kann, wird es eben der Baumeister - Neinnnnnnn!

Was habe ich denn noch so an »wunden Punkten« durchgelassen - natürlich. Strukturierung, Klassifikation und so. Was bringt Bernhard denn da, irgend 'ne Holzkiste. Aha, die Spielkiste seines Sohnes. Und was soll ich damit? WAS? Den Inhalt klassifizieren und strukturieren - total blöd. Aber eigentlich ist es schon zu lange her, daß ich mit solchen tollen Spielsachen spielen durfte. Macht richtig Spaß! Und was noch viel schöner ist, den anderen macht es auch Spaß!

Und dann hab ich ja immer noch den dumpfen Verdacht, daß meine lieben Kollegen auf der »Inszenierung« herumreiten werden. Aha, da kommt's. Aber nein, es geht um den Produktionsprozeß einer Animation. Na, wenn's weiter nichts ist, schließlich hab ich darüber ja ein ganzes Kapitel in meiner Diss geschrieben.

Und was kommt bitte jetzt? Das Gutachten - Puhhhhh geschafft, haben mir ja richtig eingeheizt, meine Kollegen.

Was ist das denn, Bander als bayrischer Zollbeamter. Ob ich was tue? Mich mit der bayrischen Sprache auskenne - klar: »Oan Oa u no oan Oa san zwoa Oa.« Jetzt meckert der auch noch an meinen Klamotten rum. Kann ich doch nichts dafür, daß ich sowas wie 'ne Lederhose - NEIN, nicht. Ritter, das hast Du nicht umsonst gemacht! Und was - mit dem bayrischen Brauchtum, klar kenn ich mich da aus, wenn ich auch beim »Maßhalten« nicht so gut bin, wenn ich lachen muß. Was soll das eigentlich alles? Aha, ich bin ein illegal Zugereister? Na also, da haben wir den Schlamassel, aber jetzt hab ich doch bewiesen, daß ich schon fast ein Bayer bin. Und das bißchen bayrische Kultur lerne ich auch noch. War da grad was von Kultur? Einsn Schuhplattler soll ich tanzen? Die spinnen doch, aber schön, ich muß zumindest nicht alleine leiden.

Ufff, jetzt ist's aber wirklich vorbei! Aber Spaß hat es gemacht und der Tag war schon schön. Aber die Frage, ob Doktor werden schwer ist, kann ich immer noch nicht beantworten.

Jedenfalls hatten heute bestimmt alle Ihren Spaß und den meisten hat man das auch angesehen.


Die hier aufgeschriebenen Gedanken wurden Axel von Stefan Schlechtweg in den Mund oder besser ins Hirn gelegt. Die »geränderten« Bilder wurden von Maic Masuch, Stefan Schlechtweg und Volker Lutze aufgenommen. Der Hintergrund dieser Seite stammt aus Windy's Archiv.
Zurück zur Kulturseite des ISG

Seite zuletzt an 02.07.1998 geändert.